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Flexi-Budget Elternaktivierung

Kita-Eltern wieder stärker in die Erziehungsaufgaben einbinden

 

Jennifer Löwe, Sozialarbeiterin beantwortet 4 Fragen zum neuen Projekt:

 

Worum geht es beim Projekt Flexi-Budget Elternaktivierung?

Es geht darum, Eltern von Kita-Kindern wieder mehr Verantwortung für ihre Kinder zuzusprechen. Gerne greifen sie bei Problemen auf Experten zurück und werden darin nicht selten von den pädagogischen Fachkräften bestärkt. Doch die Eltern sollten als Experten ihrer Kinder wahrgenommen werden. Oft ist die Ursache für das Verhalten der Kinder nämlich im Elternhaus zu finden und wenn Fachkräfte Aufgaben übernehmen, die im Kern Erziehungsaufgaben sind, wird Eltern eine passive Rolle zugesprochen und sie verlieren ihren Einfluss auf ihr Kind.

Erzieher/-innen beklagen sich im Gegenzug über das Desinteresse der Eltern und mangelnde Mitwirkung im Erziehungsprozess. Das Resultat für die Fachkräfte- sie übernehmen viel zuviele Elternaufgaben und die Frustration wächst. Die Kooperation zwischen ihnen und den Eltern steckt fest. Das Projekt Elternaktivierung soll genau da ansetzen: Wie können Eltern wieder verstärkt in den Erziehungsprozess eingebunden werden? Was weckt ihr Interesse und wie kann aktivierende Elternarbeit gelingen? An welchen Stellen können Erzieher/-innen sich besser abgrenzen lernen?

 

Welchen Ansatz verfolgt das Projekt aus pädagogischer Perspektive?

Dahinter steht die Haltung, dass alle Kinder gute Kinder und alle Eltern gute Eltern sein wollen. Das hat mich sehr berührt, als ich es im Konzept gelesen habe, weil ich diese positive Perspektive als sehr wertschätzend empfinde und teile. Außerdem möchte das Projekt niemanden verändern, weder Einrichtungen, Erzieher/-innen noch Eltern, sondern sieht sich als unterstützendes Angebot, um die Prozesse zu begleiten, die es braucht, um die Verantwortungen in der Erziehung der Kinder auszuhandeln und auszufüllen.

 

Wer soll von dem Projekt vor allem profitieren?

Profiteure sollen in erster Linie die Kinder sein. Sie sollen mit ihren Bedürfnissen und Herausforderungen wahrgenommen und gefördert werden. Ich denke auch, dass die Eltern besonders profitieren, wenn sie merken, zu was sie im Stande sind und ihre Erfolge sehen und spüren. Zu guter Letzt profitieren auch die Erzieher/-innen in der Kita von einer belebten und aktivierenden Elternarbeit, weil es sie entlastet und somit wieder Kapazitäten für die Arbeit mit den Kindern frei werden. Konkret sind die Kita Bärenkinder und The Animal House in Lichtenberg die Partner, mit denen das Projekt umgesetzt wird.

 

Was  ist flexibel am Flexi-Budget Elternaktivierung?

Allein das Konzept ist bereits flexibel, denn es richtet sich ganz nach den Bedarfen der Eltern und Erzieher/-innen der jeweiligen Einrichtungen. In einer Kita geht es somit vorwiegend darum, ein nachhaltiges Workshopangebot zu konzipierten, in einer anderen wird der Fokus auf aufsuchende Elternarbeit gelegt, z.B. in Form eines Spielplatzcafés. Die derzeitige Pandemie-Situation zwingt uns zudem zu enormer Flexibilität. Pläne können nächste Woche schon wieder hinfällig sein, weil die Kita geschlossen ist. Begegnung und Begleitung kann nur im kleinen Rahmen stattfinden. Vernetzung ist problematisch, sobald es mehr als fünf Personen werden. Da ist Kreativität und Flexibilität gefragt. Ich freue mich, in so einem kompetenten und herzlichen Team zu arbeiten, das mich bei diesen Herausforderungen nicht im Regen stehen lässt.

Darüber hinaus kann ich meine 30 Stunden pro Woche flexibel in den zwei Kitas einsetzen und es ist noch Budget für 10 weitere Wochenstunden offen, z.B. um andere Netzwerkpartner miteinzubeziehen oder Dolmetscher zu buchen.