Aktuelles

 

 

Miteinander neue Aufgaben meistern

 

2016 startete das Angebot von nwik für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Jugendliche ohne Fluchterfahrung werden inzwischen auch in den vier Wohnangeboten mit 28 Plätzen in Köpenick und Prenzlauer Berg aufgenommen und betreut.

 

 

In den vergangenen zwei Jahren wurden ca. 40 minderjährig geflüchtete Jugendliche von Standortleiter Andreas Franke und seinen Teams begleitet. Noch im letzten Jahr lag die Auslastung bei 98 Prozent. »Inzwischen kommen weniger minderjährig unbegleitete Flüchtlinge zu uns. Zudem haben einige Jugendlichen ein Alter und eine Selbstständigkeit erreicht, wo sie unsere Jugendhilfe nicht mehr benötigen«, berichtet Andreas Franke.

 

Sein Büro in einem roten Backsteingebäude in Köpenick teilt sich Andreas Franke mit der Sozialarbeiterin der Wohngruppe. Insgesamt drei Wohnangebote sind hier im Haus untergebracht. Im Flur der Wohngruppehängen Fotos von Ausflügen ins Grüne. Der Gemeinschaftsraum ist mit großem Ecksofa, Fernseher, Dartscheibe und Tischkicker ausgestattet. Hier leben zehn Jugendliche aus Syrien, Iran und Afghanistan mit zwei Jugendlichen ohne Fluchterfahrung in einer 24-Stunden Betreuung zusammen. Tagsüber gehen sie in die Schule oder absolvieren ein Praktikum. Ihre Freizeit verbringen sie oft noch getrennt. Die Herausforderung, erklärt Andreas Franke, bestehe darin, die Bewohner zu motivieren, miteinander und nicht nebeneinander zu leben.

Gute Zusammenarbeit mit Bezirk, Vermietern und Jugendamt

Wie unterstützt nwik den weiteren Lebensweg der Jugendlichen nach ihrer Zeit in der Wohngruppe? Um bezahlbare Wohnungen zu finden, hat Andreas Franke mit dem Integrationsbeauftragten des Bezirks Treptow-Köpenick und dem Träger »Interaxion« eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Durch die gute Netzwerkpflege konnte eine 3-Raum-Wohnung angemietet werden, in der drei Jugendliche mit einem eigenen Mietvertrag in eine WG gezogen sind. »Ich möchte die Jugendlichen nach ihrer Entlassung nicht in eine Sammelunterkunft zurückschicken.«

 

Die Kooperation mit einem Hamburger Immobilienunternehmen, dem das Backsteingebäude in Köpenick gehört, läuft für beide Seiten ebenfalls positiv. Auf Nachfrage bestätigt eine Mitarbeiterin »die hervorragende Zusammenarbeit mit nwik«. Innerhalb des Träger-Netzwerks werden die Jugendlichen im Bereich der Berufsberatung, durch Praktika oder im Rahmen einer Berufsausbildung fit für ihren weiteren Lebensweg gemacht. Für die Nachbetreuung der jungen Menschen besteht eine gute Zusammenarbeit mit den ambulanten Hilfen von nwik.

 

»Was man erreichen kann, wenn man gut miteinander arbeitet, ist enorm«, freut sich Andreas Franke, der vor 18 Jahren bei nwik als Erzieher begann, berufsbegleitend ein Studium der sozialen Arbeit absolvierte und nach Leitungserfahrungen im Jugendklub Willi Sänger 2016 die Leitung der Wohngruppen übernahm. Die wertschätzende Rückmeldung von den Jugendämtern sei eine tolle Motivation für die anstehenden Aufgaben.